Das Beste aus beiden Welten: Siemens EQ.9 plus im Alltagstest
Wer morgens nicht zwischen Barista-Handwerk und vollautomatischer Bequemlichkeit wählen möchte, landet früher oder später bei der Siemens EQ.9 plus. Der Vollautomat verspricht genau diese Mitte: präzise Extraktion auf Knopfdruck und dennoch genug Spielraum für eigene Rezepturen. Wir haben das Gerät mehrere Wochen im Haushalt getestet – mit Familienkaffee, Gäste-Espresso und dem täglichen Milchschaum-Marathon.
Im Mittelpunkt standen Geschmack und Aroma ebenso wie Lautstärke, Energieverbrauch, Reinigungsaufwand und die smarte Anbindung. Welche Stärken die Maschine tatsächlich ausspielt und an welchen Stellen sie gegenüber Konkurrenten wie der DeLonghi Dinamica oder der Melitta Caffeo Barista zurückliegt, zeigt unser detaillierter Alltagsbericht.
Design und Verarbeitung der EQ.9 plus
Auf der Anrichte macht die Siemens EQ.9 plus einen ruhigen, fast zurückhaltenden Eindruck. Das Gehäuse besteht überwiegend aus dunklem Kunststoff mit gebürsteten Aluminium-Akzenten an der Front, die für einen Hauch von Premium-Gefühl sorgen. Mit einer Breite von rund 31 Zentimetern passt sie auch in kleinere Küchenzeilen, ohne den gesamten Stauraum zu beanspruchen.
Der Wassertank fasst etwa 2,4 Liter und ist von vorne zugänglich. Der Bohnenbehälter mit Aromadeckel nimmt rund 300 Gramm Kaffeebohnen auf und schützt sie zuverlässig vor Lichteinfall. Im täglichen Gebrauch überzeugt die Verarbeitung: Nichts klappert, der Auslauf ist stabil, und die Tropfschale rastet spürbar ein. Wer eine schlichte, wohnliche Maschine sucht, liegt bei diesem Modell richtig.
Geschmack, Brühtemperatur und Milchschaum
Im Zentrum jedes Vollautomaten steht das Ergebnis in der Tasse. Die EQ.9 plus nutzt das i.Aroma-System mit keramischer Mahlscheibe und bringt das Wasser auf eine Brühtemperatur von etwa 90 bis 95 Grad Celsius. Beim Espresso zeigt sich ein vollmundiges Aroma mit feiner Crema, beim Caffè Crema überzeugt eine ausgewogene Balance zwischen Säure und Körper.
Besonders spannend wird es beim Milchschaum. Der integrierte Milchanschluss erlaubt sowohl die direkte Entnahme aus der Packung als auch die Nutzung des beiliegenden Milchbehälters. Der Schaum wird feinporig und stabil, sodass Latte Art in der heimischen Küche tatsächlich gelingt. Wem die Standardeinstellung zu kräftig oder zu mild ist, kann über das Display Aromastärke, Mahlgrad und Milchverhältnis in mehreren Stufen justieren – mit deutlich mehr Kontrolle als viele Konkurrenten, aber ohne den Spieltrieb eines echten Barista zu wecken. Wer sich über aktuelle Aktionen für Vollautomaten informieren möchte, findet in unserer Rubrik für Sonderangebote regelmäßig neue Hinweise.
Bedienung, Display und smarte Anbindung
Das Bedienfeld der EQ.9 plus besteht aus einem farbigen TFT-Touchscreen mit klar strukturierter Symbolik. Die Menüführung gelingt intuitiv: Getränkeauswahl, individuelle Rezepturen, Wartungshinweise und Statistiken sind nur wenige Wischgesten entfernt. Acht voreingestellte Getränke decken den Alltag ab, weitere können im Profi-Menü hinterlegt werden.
Via WLAN verbindet sich die Maschine mit der Home Connect App. Über das Smartphone lassen sich Getränke auswählen, Favoriten anlegen oder Wartungsintervalle einsehen. Praktisch ist die Möglichkeit, morgens vom Bett aus den ersten Espresso zu starten – sofern Bohnen, Wasser und Milch bereitstehen. Für Einsteiger in die smarte Küchenwelt helfen unsere Hinweise zu smarten Küchenhelfern weiter, die typische Stolperfallen bei der Ersteinrichtung erklären.
Vergleich mit DeLonghi, Saeco und Melitta
Im direkten Vergleich mit der DeLonghi Dinamica Plus fällt der etwas höhere Milchschaum der EQ.9 plus auf, während die Melitta Caffeo Barista bei individuellen Rezepturen mehr Freiheiten lässt. Die Saeco Xelsis bleibt preislich in einer eigenen Liga, spielt technisch aber in einer ähnlichen Klasse wie die Siemens-Maschine.
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Eckdaten der drei Geräte zusammen und erleichtert die Einordnung:
| Merkmal | Siemens EQ.9 plus | DeLonghi Dinamica Plus | Melitta Caffeo Barista |
|---|---|---|---|
| Brühtemperatur | ca. 90–95 °C | ca. 87–92 °C | ca. 88–93 °C |
| Milchsystem | integriert, abnehmbar | automatisch, Dampfdüse | One-Touch, abnehmbar |
| App-Steuerung | Home Connect | keine native App | Melitta Connect |
| Reinigungsaufwand | gering (ca. 5 Min/Tag) | mittel (ca. 8 Min/Tag) | mittel (ca. 7 Min/Tag) |
| Preisbereich | 700–850 € | 600–750 € | 800–950 € |
Reinigung, Wartung und Alltagsfazit
Die EQ.9 plus entpuppt sich im Alltag als pflegeleicht: Nach jedem Bezug spült sie die Brühgruppe automatisch mit heißem Wasser. Die Milchdüse lässt sich zerlegen und in die Spülmaschine geben, was die tägliche Reinigung deutlich verkürzt. Das automatische Entkalkungsprogramm führt Schritt für Schritt durch den Vorgang und meldet sich rechtzeitig, bevor sich Kalk auf dem Heizstab ablagert.
Die Brühgruppe ist herausnehmbar und kann unter fließendem Wasser gesäubert werden – ein Detail, das in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Insgesamt liegt der Zeitaufwand für die Pflege bei rund fünf Minuten pro Tag, was den Alltag mit Familie und Bürojob realistisch macht. Mit einem Straßenpreis zwischen 700 und 850 Euro liefert die EQ.9 plus Getränke, die mit deutlich teureren Geräten mithalten, ohne den Haushalt dauerhaft zu binden. Sie richtet sich an alle, die Wert auf zuverlässige Qualität, leise Arbeitsweise und smarte Funktionen legen, ohne tief in die professionelle Barista-Welt einsteigen zu wollen.
Wenn du wissen willst, welche Modelle aktuell in unserem Gesamtvergleich ganz oben stehen, lohnt sich ein Blick in unsere Bestenliste. Dort findest du alle getesteten Vollautomaten, sortiert nach Geschmack, Ausstattung und Preis-Leistung. So triffst du eine Entscheidung, die wirklich zu deinem Alltag passt – egal ob Single-Haushalt, Familie oder kleines Büro.